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#hoffnungsgedanken - „Smultronställe“

Was ist deine „smultronställe“?

„Smultron“ ist Schwedisch und heißt Walderdbeere. Die „ställe“ ist dementsprechend die Stelle, wo Walderdbeeren wachsen. Ich stelle mir diesen Ort wunderbar ruhig und friedlich vor – und habe direkt Bilder von schwarzen Tannen, grünem Moos und knallroten Erdbeeren vor Augen. Und diesen herrlichen Duft von Wald und Natur in der Nase.

„Smultronställe“.

Ich mag dieses Wort. Im Schwedischen bezeichnet es den „Lieblingsplatz“; den Ort, an dem man am liebsten ist, wo man gerne seine Zeit verbringt. Damit kann auch der Rückzugsort gemeint sein, an dem man Ruhe sucht, um wieder aufzutanken. Lieblingsort und Rückzugsort können dabei durchaus identisch sein.

„Smultronställe“.

Vor vielen Jahren ist mir die St. Johannes-Kapelle in Münster zu solch einer „smultronställe“ geworden (obwohl ich damals noch gar nicht wusste, dass es dieses schöne Wort gibt). In dieses kleine, fast 700 Jahre alte Gebäude habe ich mich zurückgezogen, wenn ich einen Ort der Stille brauchte. Hier habe ich Ruhe gefunden. Heilsame Zeit für Abstand und zum Kraftschöpfen. Heilsame Zeit zum Gebet, Zeit für Gott und Zeit für mich. Irgendwie abgeschieden von der Welt und doch mittendrin, wenn von draußen die Geräusche des Berufsverkehrs sich ihren Weg in das Gemäuer suchten.

Ich musste nicht lange dort verweilen. Manchmal waren es nur ein paar Minuten. Das hat oft schon gereicht, um aufzutanken, mich neu auszurichten und zurück in die Welt zu gehen. Gestärkt und gesegnet. Und in dem Wissen, bei Gott einen Platz zu haben, zu dem ich kommen kann und an dem ich willkommen bin.

Was ist deine „smultronställe“?

Wo ist dein Lieblingsplatz, dein Rückzugsort?

„HERR, du allmächtiger Gott, wie sehr liebe ich den Ort, wo du wohnst! Ich kann es kaum noch erwarten, ja, ich sehne mich danach, in die Vorhöfe deines Tempels zu kommen! Mit Leib und Seele juble ich dir zu, du lebendiger Gott!“ (Psalm 84,2f. Hfa)

Bastian Basse